Virtuelle Knautschzone lässt Unfall glimpflich enden

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Von MARTIN NEITEMEIER "Die Glocke" Kreis Gütersloh (gl).
Der Motorradfahrer reagiert blitzschnell: Als von rechts plötzlich ein Auto aus einer Grundstückseinfahrt auf die Straße biegt, vermeidet er mit einem leichten Schlenker instinktiv die Kollision und bringt seine Maschine in Sekundenbruchteilen mit einer Vollbremsung zum Stehen. "Glück gehabt, das hätte leicht ins Auge gehen können", denkt der Motorradfahrer und lehnt sich erleichtert zurück.

Hätte es nicht – denn der Mann am Lenker sitzt in Wirklichkeit nicht auf einem echten "Bock", sondern vor dem Bildschirm eines neuartigen Motorrad-Simulators. Zehn dieser "Riding-Trainer" gibt es seit kurzem bei Verkehrswachten in Nordrhein Westfalen – und einer davon steht seit Mitte Dezember im Büro der Kreisverkehrswacht an der Moltkestraße in Gütersloh. Dort allerdings soll die 1800 Euro teure Investition möglichst selten anzutreffen sein. 

Der Simulator im Einsatz

»Wir wollen den Simulator bei ganz vielen Anlässen nutzen, insbesondere bei unseren Aktionen für mehr Sicherheit bei jungen Fahrern«, sagt Verkehrswacht-Geschäftsführer Norbert Fischer. Zudem werde man den Simulator auch an Interessenten ausleihen, beispielsweise an Fahrschulen. Der ehemalige Polizist ist fest davon überzeugt, »dass wir als eine der aktivsten Verkehrswachten im Land das Ding am meisten einsetzen werden«. Dabei war Fischer, der früher viel Motorrad gefahren ist, zunächst eher skeptisch. Doch nachdem er Fotos von dem Simulator gesehen und sich selbst ein Bild gemacht hatte, stand der Entschluss schnell fest: »Den kaufen wir«.