Übermüdung

Gib der Müdigkeit keine Chance

Sonntag morgen todmüde
That's life, ein tolles Wochenende. Seit zwölf Stunden auf Tour. Mit netten Leuten gut unterhalten und abgetanzt. Eine starke Nacht ganz ohne Alkohol. Und jetzt ab nach Hause und ins Bett. Einfach hundemüde. Wenn es doch nur nicht so schwer wäre, die Augen während der Fahrt aufzuhalten. Fenster runter, Musik lauter, das hilft bestimmt. Die paar Meter wird es schon noch gehen. Nur nicht einnicken ... Und dann passiert es doch. Für Sekunden ...

Geschlossen
Junge Leute sind besonders am Wochenenden voller Tatendrang. Da werden die Tage und Nächte so richtig vollgepackt. Shoppen, mit Freunden treffen, in die Disco gehen. Die Müdigkeit wird verdrängt. Doch Übermüdung am Steuer ist eine tückische Gefahr. Die Müdigkeit wird Sieger. Für Sekunden. Sekunden, die genügen, um leicht hundert Meter zurückzulegen, auf der Fahrbahn oder schon daneben. Ein Viertel aller tödlichen Unfälle auf Autobahnen lassen sich auf den sogenannten Sekundenschlaf zurückführen. Das wurde vom Institut für Fahrzeugsicherheit festgestellt.

Risiko
Am häufigsten werden junge Männer von der Müdigkeit während kurzer oder längerer Strecken überrascht. Dabei hat die Schläfrigkeit hinterm Lenkrad ähnliche Auswirkungen wie Alkohol am Steuer. Die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit ist eingeschränkt. Wer müde Auto fährt, nickt schnell für Sekunden ein. Und das nicht nur in der Nacht. Zwar erlebt der Mensch zwischen drei und vier Uhr morgens seinen biologischen Tiefpunkt, aber um die Mittagszeit haben viele Fahrer große Konditions- und Konzentrationsprobleme. Das Risiko wird noch vergrößert, wenn der Fahrer vor einem solchen toten Punkt am Steuer sitzt. Dann ist der Sekundenschlaf vorprogrammiert.

Gib der Müdigkeit keine Chance
Wer sich ausgeschlafen ans Steuer setzt, kann sich hellwach auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren. Und muss nicht gegen die Müdigkeit ankämpfen, die sich am Ende eines langen Tages einschleicht. Um auch auf langen Strecken fit zu bleiben, sind regelmäßige Pausen im Abstand von zwei Stunden richtig und wichtig. Ein bisschen Gymnastik lockert Verspannungen und bringt neue Energie. Ebenso wie Salat, Obst und leichte Kost. Doch es gibt monotone langweilige Strecken, die dazu verlocken, abzuschalten und einzunicken. Das Institut für Fahrzeugsicherheit macht sich seit Jahren dafür stark, am Fahrbahnrand solcher Strecken aufgebaute Flächen mit Querrippen anzubringen. Diese Ramble Stripes dröhnen beim Überfahren so laut, dass sie jeden Fahrer aufschrecken lassen.

Fragen und Antworten

Kann ich nachts eine lange Strecke fahren, wenn ich am Tage nicht gearbeitet habe?
Allein die Tatsache, nicht gearbeitet zu haben, ersetzt keinen Schlaf. Wer sich z.B. den ganzen Tag am Strand von Rimini vergnügt hat, den erwischt bei der Heimfahrt spätestens in Bayern die große Müdigkeit.

Mit einer großen Flasche Cola oder einem Kaffee kann ich die Müdigkeit doch bekämpfen?
Das ist ein Trugschluss. Das Coffein putscht nur kurzfristig auf, anschließend fällt der Körper in ein großes Leistungstief.

Was kann ich tun, wenn ich beim Autofahren müde werde?
In jedem Fall anhalten und eine Pause machen. Frische Lüft und Gymnastik geben neue Energie.
Oder ein Kurzschlaf einlegen, der hilft in jedem Fall.

Warum soll man während einer längeren Fahrt nur Obst oder leichte Speisen zu sich nehmen?
Der Körper ist bei fetten Speisen damit beschäftigt, zu verdauern und zu pausieren, auf jeden Fall aber nicht hellwach.
Der Geist ist willig, aber der Körper nicht.

Und was sollte man trinken?
Viel Wasser und Säfte. Auf Alkohol sollte man schon am Abend vor einer langen Fahrt verzichten.
Der eventuell im Blut noch vorhandene Restalkohol mindert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Fatale Wirkung

Mitternacht schon lange vorbei. Genug abgetanzt, jetzt geht's nach Hause und ab ins Bett. Noch schnell ne Cola. Doch die einschleichende Müdigkeit mit Kaffee oder Cola bekämpfen zu wollen, ist keine gute Idee. Nach einer ersten Aufputschphase kommt ein Leistungstief. Auch die Einnahme von Medikamenten vor oder während der Fahrt birgt ebenfalls Gefahren; schon eine einzige Kopfschmerztablette kann die Ermüdung verstärken. Riskant ist erst recht das Zusammenspiel von Müdigkeit mit Alkohol oder Drogen. Das Wochenende genießen kann, wer sich ausgeruht ans Steuer setzt. Und wen nach dem Discobesuch die Müdigkeit einholt, der sollte das Auto lieber stehen lassen. Öffentliche Verkehrsmittel oder auch das Taxi sind sichere Alternativen.

Tipps zum Thema

So hat der Sekundenschlaf keine Chance!

  • Nur ausgeschlafen ans Steuer setzen.
  • Große Fahrten nur ausgeruht antreten.
  • Regelmäßige Pausen alle zwei Stunden.
  • Kein fettes Essen, lieber Salat, Obst und leichte Kost.
  • Für frische Luft im Auto sorgen, nicht zu warm.
  • Den Biorhythmus beachten - mittags und nachts zwischen 2 und 4 Uhr hat der Körper Leistungstiefpunkte.
  • Bei Müdigkeit anhalten, ein Kurzschlaf hilft!

Das hilft nicht!

  • Kaffee und Cola putschen nur kurz auf, anschließend ist die Müdigkeit noch größer.
  • Drogen und Alkohol sind tabu.